September 2021

Liebe Förder*innen von Escuelas Cuidadas e.V., liebe Freund*innen und Verwandte, Kolleg*innen und Bolivien-Interessierte,

der Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt die ganze Weltgemeinschaft vor besondere Aufgaben – und doch trifft Covid-19 die Länder des globalen Südens besonders hart. In Bolivien gibt es insbesondere auf dem Land viel zu wenig medizinische Hilfe und in den Städten können die Krankenhäuser oft keine Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen. Da der Großteil der Bevölkerung keine Krankenversicherung hat, begeben sich viele Kranke gar nicht erst in medizinische Behandlung, da sie entstehende Behandlungskosten nicht bezahlen könnten. Aus Angst vor dem Zusammenbruch des bolivianischen Gesundheitssystems sind die Schulen seit März vergangenen Jahres fast komplett geschlossen. Wie das gesamte letzte Jahr steht also auch dieser Rundbrief ganz unter dem Zeichen von Covid-19. Neben einem Bericht über die Projekte möchten wir Sie und euch daher ganz besonders auf unsere geplante Betterplace-Aktion hinweisen, mit der wir unsere Projekte im Kampf gegen die Pandemie unterstützen wollen.

Kinderheim Salomon Klein
Kinder mit Blumen
Kinder mit Blumen
Im Kinderheim Salomon Klein in Cochabamba unter Leitung von Emma Rojas leben momentan 110 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, darunter 29 Babys. Seit Anfang 2019 finanzieren wir dort mit insgesamt 1200 Euro das monatliche Gehalt von vier Erzieherinnen. Im Frühjahr arbeiteten die Erzieherinnen in 24-Stunden Schichten und machten danach zwei Tage Pause, um die Häufigkeit von Personalwechseln und somit die Ansteckungsgefahr im Heim zu reduzieren. Als Vorsichtsmaßnahme wurden keine externen Besucherinnen und Besucher und kaum medizinisches Personal ins Heim gelassen. Trotzdem infizierten sich zwischen August und Oktober die Hälfte der Erzieherinnen und insgesamt 60 Kinder mit dem Corona-Virus und mussten teilweise medizinisch behandelt werden. Emma schreibt: „Gott sei Dank konnten wir kurzfristig Ersatz für die Erzieherinnen finden und die Kinder in einem separaten Trakt des Heimgebäudes isolieren. Dennoch bin ich täglich kurz vor dem Verzweifeln und wir erleben einen extrem großen Stress.“ Mittlerweile haben sich die Erzieherinnen und die Kinder zum Glück erholt. Auf Rückfrage, wie wir Emma und das Kinderheim in diesen schwierigen Zeiten zusätzlich unterstützen können, schrieb sie uns, dass sie dringend Geld für die Anschaffung von Einwegwindeln, Feuchttüchern und Masken für das Personal sowie Desinfektionsmittel benötigen, um die Gefahr der Ansteckung innerhalb des Heims zu verringern.
 
Kinderheim Aldea Cristo Rey
Im Kinderheim Aldea Cristo Rey in Cochabamba, das seit dem Trägerwechsel vor vier Jahren von bolivianischen Augustiner-Patres geleitet wird, sind derzeit 53 Kinder und Jugendliche untergebracht, deren Eltern größtenteils im Gefängnis leben. Im Jahr 2020 konnten wir mit 650 Euro monatlich erneut das Gehalt unserer Kontaktperson, der Krankenschwester Liz, mithilfe von EC-Spendengeldern finanzieren. Liz berichtet uns, dass sie im vergangenen Jahr neben der medizinischen Versorgung der Kinder auch Schulungen für die Erzieherinnen zu den neuen Hygienevorschriften realisiert hat. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, Fiebermessungen bei den Kindern durchzuführen (s. Foto links) sowie das Schulgelände regelmäßig zu desinfizieren, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Fieber messen
Fieber messen
 
Schule Maria Hueber
Lernendes Schulkind
Lernendes Schulkind
Auch die Schule Maria Hueber in Ascensión konnten wir im Jahr 2020 mit 50 Euro pro Monat für das Gehalt einer Nachhilfelehrerin unterstützen. Diese wird in einer Förderklasse eingesetzt und kann sich dort besonders um die Alphabetisierung benachteiligter Kinder und Jugendlicher kümmern, die in den großen Klassen oft nicht berücksichtigt werden können (s. Foto rechts).
 
Internat San Lorenzo
Jahrgangsbester
Jahrgangsbester
Die Flure des Internats San Lorenzo in Tarija, auf denen normalerweise die Akustik von insgesamt 30 Schülerinnen und Schülern widerhallt, waren im vergangenen Jahr geradezu verwaist. Nachdem das Schuljahr regulär im Februar beginnen konnte, mussten die Schülerinnen und Schüler zwei Monate später pandemiebedingt nach Hause zurückkehren und unter schwierigen Bedingungen versuchen, von dort zu lernen: Da die meisten von ihnen auf dem Land leben und dort weder über eine Internetverbindung noch über technische Ausrüstung verfügen, mussten Arbeitsmaterialien auf dem Postweg verschickt werden. Die Internatsleiterin und Ordensschwester Isabel berichtet uns jedoch: „Da unser Schuldrucker kaputt ist, müssen Arbeitsblätter aktuell von den Lehrkräften zu hohen Preisen in einem nah gelegenen Kiosk gedruckt werden. Außerdem bräuchten wir im neuen Schuljahr dringend mindestens zwei Computer, die von den Lehrkräften, aber auch von Schülerinnen und Schülern genutzt werden können.“ Trotz dieser Umstände, so berichtet Isabel weiter, konnten viele Schülerinnen und Schüler im letzten Schuljahr ihren Abschluss erreichen. Auf dem Foto links ist Milton Mamani zu sehen, der sich über den besten Abschluss seines Jahres freut.
 
Betterplace-Aktion
Um unsere Projekte in Salomon Klein und in San Lorenzo bei den notwendigen Extraausgaben für Hygieneartikel und Schutzausrüstung bzw. digitale Infrastruktur im Rahmen der Corona-Pandemie zu unterstützen, möchten wir den Betrag von insgesamt 1000 Euro in einer Betterplace-Aktion sammeln. Wir freuen uns sehr auf Ihre und eure Hilfe dabei – jeder Euro zählt! Die Aktion kann direkt auf unserer Homepage aufgerufen und gern auch weitergeleitet werden.
 
Digitales Escuelas-Meeting
Digitales Escuelas-Meeting
 


Mit freundlichen Grüßen
Jonas, Katharina, Lukas, Maike, Ronny, Thomas und Veronika
Anschrift
Escuelas Cuidadas e.V.
Marienstraße 44
D-50825 Köln
Kontakt
E-Mail: hola(at)escuelas-cuidadas.de
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